Was ist die Abgeltungssteuer?

 

1.

 

Abgeltungssteuer

Dies ist ein einheitlicher Steuersatz auf jederart Kapitalerträge sowie auf Gewinne aus der Veräußerung von Finanzprodukten. Abgeltungssteuer entfällt typischerweise auf Zinsen aus Vermögensanlagen, Bankguthaben oder Dividenden aus Wertpapieren.

     

2.

 

Höhe der einheitlichen Besteuerung

Die Besteuerung erfolgt mit einem einheitlichen Steuersatz von 25%. Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer werden zusätzlich erhoben.

     

3.

 

Voraussetzung zur Erhebung

Die Kapitalertragsteuer wird nur dann erhoben,

  • wenn die Kapitaleinkünfte den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro für Ledige oder 1.602 Euro für Verheiratete übersteigen
  • wenn keine Nichtveranlagungsbescheinigung vorgelegt wird.
     

4.

 

Erklärung in der Steuererklärung Anlage KAP

Seit 2009 hat der Steuerabzug bei Kapitalerträgen abgeltende Wirkung. Für Steuerzahler besteht somit keine Pflicht mehr, diese Erträge in der Steuererklärung anzugeben.

 

   

5.

 

Erklärung in der Steuererklärung Anlage KAP - Günstigerprüfung

Seit 2009 hat der Steuerabzug bei Kapitalerträgen abgeltende Wirkung. Für Steuerzahler besteht somit keine Pflicht mehr, diese Erträge in der Steuererklärung anzugeben. 

Für die Abgeltungsteuer gilt das Veranlagungswahlrecht. Das Finanzamt prüft bei der Steuererklärung, ob die Veranlagung der Kapitaleinkünfte zu einer niedrigeren Steuerbelastung führt, wenn der Steuerpflichtige eine Einbeziehung seiner Kapitaleinkünfte in den allgemeinen progressiven Einkommensteuertarif beantragt.

Es kommt die für den Steuerpflichtigen günstigere Variante zur Anwendung. Dieses Verfahren nennt man die Günstigerprüfung.

     

6.

 

Vorteile der Abgeltungssteuer für den Steuerzahler

Durch den Abzug der Abgeltungssteuer durch ein Finanzdienstleistungsinstitut, den Emittenten einer Vermögensanlage oder der Bank, ist die Einkommensteuer auf die Kapitalerträge bezahlt. Auch wenn der persönliche Einkommensteuersatz über 25 Prozent liegt, ist eine Angabe der Kapitalerträge in der Steuererklärung durch die Abgeltungssteuer nicht mehr notwendig. Steuerpflichtige zahlen also dank Abgeltungssteuer nicht mehr als 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auf ihre Kapitalerträge.

     

7.

 

Nachteile der Abgeltungssteuer

Durch die Einführung der Abgeltungssteuer ist die Spekulationsfrist von einem Jahr entfallen. Jetzt sind alle realisierten Gewinne steuerpflichtig und unterliegen somit der Abgeltungssteuer, unabhängig wie lange z.B. Wertpapiere im Besitz waren.

     

8.

 

Folgende Finanzprodukte fallen unter die Abgeltungssteuer

  • Bankeinlagen
  • Wertpapiere wie Aktien und Anleihen
  • Vermögensanlagen wie stille Beteiligungen oder partiarische Nachrangdarlehen
  • Investmentfonds
  • Zertifikate
  • Lebensversicherungen nach dem 1.1.2005 abgeschlossen