Anlageberatung - Investorenwissen

Bei der Anlaberatung durch unabhängige Finanzberater ist die Mitwirkung des Anlegers unerlässlich. Das Beratungsprotokoll ermöglicht dem Anleger zu verstehen, ob der Finanzberater alles auch so verstanden hat, wie der Anleger meinte. Es ist deswegen sorgfältig auf seine Richtigkeit zu prüfen. Alle Angaben über die persönliche Situation, d.h. Ihre Anlageziele, Ihre finanziellen Kenntnisse und Erfahrungen sowie die wirtschaftliche Situation, sollten gewissenhaft gegengeprüft werden. Die Gewichtung der Anleger Anliegen, wie z.B. die Abwägung zwischen höheren Ertragchancen und der Sicherheit einer Anlage sollten richtig wiedergegeben sein. Das Protokoll darf auch Freitext für Angaben des Anlegers und die Empfehlungsgründe des Beraters enthalten.

 

1.

 

Eine typische Anlageberatung eines Finanzberaters erfolgt regelmäßig in vier Schritten:

  1. Einholen der erforderlichen Kundeninformationen
  2. Information des Kunden über alle wesentlichen Umstände
  3. Zusammenführen von Kundeninformationen und passendem Produkt
  4. Erstellen des Beratungsprotokolls 
     

2.

 

Welche Informationen sollten Kunden dem Anlageberater des Finanzdienstleisters geben?

Auch andere Einzelfragen sind möglich.

Ziel ist, dass der Anlageberater durch seine Fragen und die Antoworten den Kunden ein möglichst umfassendes Bild erhält. Daher sollten Anleger immer gewissenhaft und ausführlich auf die Fragen antworten. Auf Änderungen bzw. Aktualisierungen zu vorherigen Bestandsaufnahmen ist immer hinweisen. Auch andere Einzelfragen sind möglich.

Ohne Angaben zu Ihren Anlagezielen, finanziellen Verhältnissen sowie Kenntnissen und Erfahrungen kann und darf der Anlageberater keinen Kunden beraten. Die aktive Mitwirkung des Kunden ermöglicht Über- und Einblick zu allen relevanten Informationen.

Die eigenen Anlageziele definieren

  • Verfolgt der Anleger besondere Ziele mit der Anlage (z.B. Vermögensaufbau, um zu einem späteren Zeitpunkt eine Immobilie zu erwerben oder ein Studium zu finanzieren)?
  • Geht es Ihnen um Altersvorsorge, Vermögens- oder Liquiditätsaufbau oder um Spekulation?
  • Wie hoch ist die Risikobereitschaft?
  • Ist die Anlage fristgebunden?

Die eigenen finanziellen Verhältnisse offenlegen

  • Wie hoch ist das Wertpapiervermögen, wie hoch das Geldvermögen?
  • Gibt es weiteres Vermögen (z.B. Immobilien)?
  • Welche regelmäßigen Einkünfte werden erzielt (z.B. Gehalt, Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte)?
  • Welche regelmäßigen Verpflichtungen gibt es (z.B. Miete, Unterhaltszahlungen)?

Die Kenntnisse und Erfahrungen darlegen

  • Mit welchen Finanzinstrumenten und Finanzdienstleistungen gab es  Erfahrung?
  • Für welchen Zeitraum?
  • Wie viele Geschäfte wurden in den vergangenen Jahren getätigt?
  • Welche Beträge wurden investiert und eingesetzt?
  • Haben Sie Erfahrung mit Kapitalanlagen in fremden Währungen?
     

3.

 

Welche Informationen muss der Finanzberater dem Kunden geben?

Der Berater muss seine Kunden über alle Umstände der Geldanlage informieren, die für den Anleger wesentlich sind. Unter anderem ist der Berater verpflichtet, vor Abschluss jedes Geschäfts in Finanzinstrumenten ein Produktinformationsblatt zukommen zu lassen. Dieses Informationsblatt gibt Aufschluss über die wesentlichen Faktoren des jeweiligen Finanzinstruments und enthält folgende Angaben:

  • Risiken
  • Art und Funktionsweise
  • Aussichten für Kapitalrückzahlung und Erträge unter verschiedenen Marktbedingungen
  • Kosten.

Seit dem 1. August 2014 muss der Berater Sie vor Beginn der Beratung auch darüber informieren, ob die Beratung als Honorar-Anlageberatung erbracht wird oder nicht.

     

4.

 

Welche Produkte darf der Anlageberater empfehlen?

Der Berater darf dem Anleger nur solche Finanzinstrumente empfehlen, die im Hinblick auf seine Angaben für ihn geeignet sind und deren Funktionsweise und Risiken der Anleger verstehen kann. Das empfohlene Finanzinstrument muss der Risikoneigung, dem Anlagehorizont und den Anlagezielen des Anlegers entsprechen. Deswegen sid die vorher gemachten Angaben des Anlegers ein wesentlich zur Empfehlung des geeigneten Produktes.

     

5.

 

Das Beratungsprotokoll ist Pflicht.

Über jede Anlageberatung muss ein Protokoll angefertigt werden. Dieses Beratungsprotokoll soll Kunden ermöglichen, vor Abschluss eines Geschäfts das Beratungsgespräch auszuwerten. Auf dieser Grundlage soll eine fundierte Anlageentscheidung getroffen werden. Missverständnisse und Unstimmigkeiten über den Inhalt des Gesprächs können Anleger damit sofort aufdecken und ansprechen bzw. beanstanden. Das Beratungsprotokoll dient Anlegern bei einer gerichtlichen oder anderen Auseinandersetzung im Nachgang der Investition als Beweismittel. Frü die BaFin liefert es zudem wichtige Informationen über den Ablauf des Beratungsgesprächs. Ein Protokoll ist auch dann verpflichtend zu erstellen, wenn die Beratung mehrfach oder in regelmäßig wiederkehrenden Abständen vom Analeger in Anspruch genommen wird. Das Beratungsprotokoll ist immer unverzüglich nach Abschluss der Anlageberatung dem Anleger durch den Berater zur Verfügung zu stellen. Ein Geschäftsabschluss, der auf Beratung beruht, darf vom Finanzdienstleister erst durchgeführt werden, nachdem der Anleger das Protokoll erhalten hat. Ausnahmen gelten nur dann, wenn Anlageberatung und Geschäftsabschluss telefonisch oder mithilfe eines anderen elektronischen Kommunikationsmittels erfolgen.

     

6.

 

Die Pflichtinhalte des Beratungsprotokolls.

  • Informationen über die persönliche Situation, die wesentlichen Anliegen und deren Gewichtungm des Anlegers
  • Angaben zum Anlass und zur Dauer des Beratungsgesprächs
  • Informationen über die Finanzinstrumente und Wertpapierdienstleistungen, die Gegenstand der Anlageberatung sind
  • Empfehlungen des Anlageberaters und die für diese Empfehlungen genannten wesentlichen Gründe
  • Unterschrift des Kundenberaters
     

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