05 JUN 2015

Personalisierte Medizin – Forschung auf Bestellung

Das Biotechnologieunternehmen NeuroProof unterstützt als Dienstleister die Entwicklung von neuen Medikamenten gegen neurologische Krankheiten, wie Alzheimer, Parkinson, Epilepsie und zahlreiche weitere. Im Mai konnte das Unternehmen eine zweite Hochleistungsauswertestation in Betrieb nehmen, mit der gleichzeitig 48 Experimente parallel durchgeführt werden können.

Im Vergleich zum Vorjahr erreichte man im ersten Quartal 2015 eine deutliche Umsatzsteigerung um über 300 %. Wir haben diese positive Entwicklung zum Anlass genommen und sprechen mit Dr. Olaf Schröder über die Möglichkeit zur individuellen Erforschung seltener Krankheiten.

Personalisierte Medizin NeuroProof

Welche Möglichkeiten hat eine Privatperson, Organisation, Verein oder gemeinnützige Einrichtung, die Services von NeuroProof zu nutzen?

Es kann natürlich jeder unsere Dienstleistung nutzen, der wissen will, ob eine Substanz Wirkungen auf das Nervensystem hat. Zum Beispiel gibt es zahlreiche Substanzen, die im Verdacht stehen, dass sie schädliche Wirkungen auf das Gehirn und Nervensystem haben, wie Lebensmittelzusatzstoffe oder andere. Wenn hier Interessengruppen, neben den staatlichen Institutionen, die dafür auch zuständig sind, zusätzlichen Bedarf sehen, ist das sinnvoll und möglich.

Eine weitere Gruppe die unseren Service nutzen könnten sind Patienten-  und Interessenverbände für seltene Krankheiten, die schnell an neuen Therapien interessiert sind. Hier verwenden wir  statt dem Begriff „personalisierter Medizin“ den Begriff der Präzisionsmedizin. Statt für seltene Krankheiten oder einen einzelnen Patienten neue Therapien zu entwickeln, ist es auch möglich, aus den vorhandenen existierenden Therapien die am besten geeignete Therapie für eine kleine genau definierte Patientengruppe auszuwählen.

Auf welchen Gebieten können Sie individuelle Forschung für Krankheiten anbieten?

Insbesondere bei den seltenen Krankheiten könnte NeuroProof sehr effizient neue Screeningverfahren entwickeln, mit denen nach neuen Medikamenten gesucht werden kann oder, wie oben schon erwähnt, auch um aus den existieren Therapien eine sinnvolle Therapie auf der Basis bekannter Medikamente auszuwählen. Diese Krankheiten haben meistens eine genetische Ursache. Damit eignen sie sich sehr gut für Screeningverfahren, die auf humanen Stammzellen basieren. Mit der Stammzelltechnologie ist es heute möglich aus Patientenmaterial Stammzellen zu gewinnen, aus denen dann Nervenzellen gezüchtet werden. NeuroProof beherrscht die Kultivierung solcher Zellen auf speziellen Chips, mit denen dann die elektrische Aktivität dieser Nervenzellen gemessen werden kann. Unser Ziel ist es dann, mit einer Substanz die elektrischen „kranken“ Aktivitätsmuster  wieder in „gesunde“ Aktivitätsmuster zu überführen.

Gibt es weitere konkrete Beispiele, bei denen Sie helfen konnten Medizin für Krankheiten zu entwickeln?

Wie wir unlängst berichteten, haben wir für einen großen Herstelle für Babynahrung, die Wirkung von ungesättigten Fettsäuren auf die Entwicklung des Gehirns untersucht. Insbesondere die optimierte Kombination von verschiedenen Fettsäuren konnte von uns nachgewiesen werden. Dies wird nach weiteren sich anschließenden klinischen Tests sicherlich in neue Produkte Einfluss finden und helfen die Entwicklung von Babys und Kleinkindern zu verbessern.

Wie aussichtsreich ist es, wenn ich als Privatperson bei Ihnen eine Krankheit erforschen lassen will?

Wir denken, dass unser Ansatz sehr leistungsfähig ist, aber für eine einzelne Privatperson würde ich keine vorschnellen Hoffnungen wecken wollen.

Wie viel kostet so etwas?

Diese Vorgehensweise ist natürlich im Moment noch sehr teuer.

Macht es Sinn als eine Gruppe von Betroffenen einer Krankheit gemeinsam Geld zu sammeln, um bei Ihnen diese oder Medikamente dafür erforschen zu lassen?

Unter der Voraussetzung, dass man weiß, das Medikamentenentwicklung riskant und teuer ist,  kann  es sinnvoll sein, alternative Ansätze zu verfolgen, wenn es für diese Krankheiten derzeit keine ausreichende Therapien gibt.

In welchen Bereichen sehen Sie da die besten Chancen?

Seltene Krankheiten die eine genetische Ursache haben sind es wert, dass man hier diese Möglichkeit in Betracht zieht.  Möglicherweise sogar Krankheiten, die nicht direkt das ZNS betreffen, aber Nebenwirkungen auf das ZNS haben. Und dann natürlich Krankheiten wie Epilepsie oder Psychosen bei denen sehr lange verschiedene Ansätze getestet werden bis man eine erfolgreiche Therapie gefunden hat. Dies könnte durch solche in vitro Tests, wie oben beschrieben, deutlich abgekürzt werden.

Herr Dr. Olaf Schröder, vielen Dank für das Gespräch.

Mehr Informationen zu NeuroProof sowie die Möglichkeit in das Unternehmen zu investieren, gibt es auf der Crowdinvesting-Projektseite.

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