Kirchensteuer, Abgeltungssteuer, Soli für Erträge aus Kapitalanlagen.

Jeder Kapitalertragsteuerabzugsverpflichtete muss für die Kapitalerträge, die er aufgrund einer Rechtspflicht an seine Vertragspartner kapitalertragsteuerpflichtig weiterleitet dann Kirchensteuer abführen, wenn seine Vertragspartner als natürliche Personen Mitglied einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft sind. Sofern zum Zeitpunkt der Regelabfrage mit Sicherheit feststeht, dass im Folgejahr keine Ausschüttung vorgenommen wird, ist eine Abfrage der IdNr.und des KISTAM nicht erforderlich. Dies betrifft Fälle, in denen aufgrund des Gesellschaftsvertrages/Gesellschafterbeschlusses die Ausschüttung von Gewinnen ausgeschlossen ist (z. B. keine Ausschüttung in den ersten drei Geschäftsjahren). Außerdem sind Fälle betroffen, in denen eine GmbH Komplementärin einer GmbH & Co. KG ist, und die GmbH niemals Gewinne ausschütten wird. (Quelle : http://www.bzst.de) 

 

1.

 

Informationen für Abzugsverpflichtete

Abfragepflicht

Nach den neuen Regelungen in § 51a Absätze 2c - e sowie Absatz 6 EStG müssen Kapitalertragsteuer-Abzugsverpflichtete beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) das Kirchensteuerabzugsmerkmal (KISTAM) für alle Kunden, Gesellschafter oder Mitglieder abfragen.

Kirchensteuerabzugsmerkmal

Dies ist ein sechsstelliger Schlüssel. Er bildet die Religionszugehörigkeit, den zugehörigen Steuersatz und das Gebiet der Religionsgemeinschaft ab.

Neues Verfahren gilt ab 31.12.2014

Die neue Vorschrift gilt für alle Kapitalerträge, die dem Kirchensteuerpflichtigen nach dem 31. Dezember 2014 zu fließen.

Vorraussetzung für die Anfrage beim Bundeszentralamt für Steuern

Die Abfrage setzt unter anderem die Angabe der Steueridentifikationsnummer des Steuerpflichtigen voraus. Sofern die Steueridentifikationsnummer nicht vorliegt, kann diese ebenfalls in einem automatisierten Anfrageverfahren beim Bundeszentralamt für Steuern erfragt werden.

Steueridentifikationsnummer und Kirchensteuerabzugsmerkmal können ebenfalls abgefragt werden. Zur Vereinfachung ist auf dem Zeichnungsschein bereits die Steueridentifikationsnummer des Anlegers bzw. Investors abzufragen und einzutragen ist.

Form der Abfrage

Den Kirchensteuerabzugsverpflichteten werden verschiedene Übermittlungswege für den Datenaustausch mit dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) angeboten. Für kleinere Anfragevolumina empfiehlt das BZSt die Nutzung des Online-Portals (BOP). Die Anfragedaten können per Webformular oder als CSV-Datei (bis zu 1.000 Datensätze) übergeben werden.

Für die Nutzung der Formulare im BZSt-Online Portal können Unternehmen ein bereits vorhandenes ELSTER-Zertifikat verwenden (ausführlicher auf

Bundeszentralamt für Steuern

Zu den Informationen für Abzugsverpflichtete

 

     

2.

 

Steuern bei Crowdinvesting Kapitalbeteiligungen 

Hinweis: Bitte informieren Sie sich selbständig über Ihre steuerlichen Pflichten. Dieser Hinweis stellt keine steuerliche Beratung dar. Für die Richtigkeit übernimmt die DEUTSCHE MIKROINVEST keine Haftung. Fragen Sie Ihren Steuerberater. 

Zinszahlung

  • 25% Kapitalertragssteuer
  • 5,5% Solidaritätszuschlag
  • 8-9% Kirchensteuer

Bonus oder Gewinn
abhängige Zahlungen

  • 25% Kapitalertragssteuer
  • 5,5% Solidaritätszuschlag
  • 8-9% Kirchensteuer

Rückzahlung des
Beteiligungsbetrages

  • steuerfrei

Verantwortlich für die
Steuerabführung

  • Emittent / Unternehmer

Abgeltungssteuer

Sparbuchzinsen, Dividenden aus Aktien oder Renditen beim Verkauf von Investmentanteilen sind Kapitalerträge. Seit 2009 müssen Anleger für alle ihre Kapitalerträge Abgeltungssteuer | Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent zahlen. Inder Regel übernimmt die Bank oder das Finanzdienstleistungsinstitut die Zahlungen direkt an das zuständige Finanzamt. 

Solidaritätszuschlag

5,5 Prozent Solidaritätszuschlag wird auf die 25 Prozent Abgeltungssteuer erhoben, die Anleger für Ihre Kapitalerträge zahlen müssen.

Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag ergeben einen Steuerbetrag von zum Beispiel 26,375 Prozent. Die Kirchensteuer wird zusätzlich erhoben.

Kirchensteuer

Die Kirchensteuern sind in Deutschland vom Bundesland abhängig und somit unterschiedlich.

  • 8% in Bayern und BaWu
  • 9% in den restlichen Bundesländern

Kirchensteuer bei der Einkommenssteuer
Generell gilt, dass das Finanzamt berechnet anhand der Angaben in der Steuererklärung die Einkommensteuer und auf diesen Betrag kommt die Kirchensteuer von 8 oder 9 Prozent dazu..

Kirchensteuer auf Kapitalerträge wird anderes berechnet
Die Kirchensteuer auf Ihre Kapitalerträge wird anders berechnet.

Die Kapitalertragssteuer wird ermäßigt um 25 Prozent, der auf die Kapitalerträge entfallenden Kirchensteuer. Formeln:

Abgeltungssteuer = Kapitalerträge : (4 + ein Hundertstel des Kirchensteuersatzes) 

Kirchensteuer = Kapitalertragsteuer x Kirchensteuersatz

Übersicht über Steuern für Kapitalerträge in Deutschland

Kirchensteuersätze 8% (Bayern/BaWü) 9% (restliche Bundesländer) keine Kirchensteuer
       
Abgeltungssteuer: 100 / 4,08 = 24,51% 100 / 4,09 =
24,45%
25%
       
Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer 1,96% 2,20% -
       
Solidaritätszuschlag (5,5%): 1,35% 1,34% 1,38%
       
Abgeltungssteuer insgesamt: 27,82% 27,99% 26,38%