Nachrangdarlehen sind regulierte Vermögensanlagen

Nachrangdarlehen und partiarische Nachrangdarlehen dienen der bankenunabhängigen KMU Finanzierung im Bereich Mezzanine Kapital. Nachrangdarlehen spielen als Finanzierungsmischling eine bedeutende Rolle im Bereich des Mezzanine-Kapitals. Das Nachrangdarlehen ist ein Darlehen an ein Unternehmen, vergeben durch den Anleger bzw. Investor. Unternehmen nutzen diese Beteiligungsform, wie andere Finanzprodukte auch, zur Stützung der Liquidität, um Wachstumsprojekte zu bewältigen oder Krisen zu managen. Als Entgelt für die Überlassung des Darlehens wird ein fester Zins vereinbart. Je nach Vertrag gibt es auch Zinsboni als Zusatzoptionen sowie gewinnabhängige Zinsen. Dann wird regelmäßig von partiarischen Nachrangdarlehen gesprochen.

1.

 

Kleinanlegerschutzgesetz reguliert Nachrangdarlehen im Vermögensanlagengesetz

Die Gesetzesänderungen des Vermögensanlagengesetzes (VermAnlG) haben die Zielsetzung, die Transparenz von Vermögensanlagen für Anleger zu erhöhen. Anlegern sollen durch die Veränderungen zukünftig die Erfolgsaussichten von Finanzanlagen besser einschätzen können. Nachrangdarlehen werden nun als Finanzinstrument eingeordnet.

     

2.

 

Was sind Vermögensanlagen?

Vermögensanlagen im Sinne des Gesetzes sind nicht in Wertpapieren im Sinne des Wertpapierprospektgesetzes verbriefte und nicht als Anteile an Investmentvermögen im Sinne des § 1 Absatz 1 des Kapitalanlagegesetzbuchs ausgestaltete

  • Anteile, die eine Beteiligung am Ergebnis eines Unternehmens gewähren,
  • Anteile an einem Vermögen, das der Emittent oder ein Dritter in eigenem Namen für fremde Rechnung hält oder verwaltet (Treuhandvermögen)
  • partiarische Darlehen
  • Nachrangdarlehen
  • Genussrechte
  • Namensschuldverschreibungen
  • sonstige Anlagen, die einen Anspruch auf Verzinsung und Rückzahlung gewähren oder im Austausch

für die zeitweise Überlassung von Geld einen vermögenswerten auf Barausgleich gerichteten Anspruch vermitteln, sofern die Annahme der Gelder nicht als Einlagengeschäft im Sinne des § 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 des Kreditwesengesetzes zu qualifizieren ist.“

Nachrangdarlehen fallen jetzt unter das Vermögensanlagengesetz

Durch die Gesetzänderung werden folgende Anlageformen umfänglich reguliert.

  • partiarische Darlehen
  • Nachrangdarlehen
  • Direktinvestments in Sachgüter 
    (Containererwerb, Rohstoffe mit Verzinsung und Rückkauf) 

Reguliert werden Vermögensanlagen:

  • die über ein öffentliches Angebot eine unbegrenzte Anzahl Investoren anspricht
     

3.

 

Mindestlaufzeit für Nachrangdarlehen

  • Die Mindestlaufzeit für prospektpflichtige Vermögensanlagen ist 24 Monate ab Erwerbsdatum. 
  • Die Mindestlaufzeit für nicht prospektpflichtige Vermögensanlagen ist 24 Monate ab Erwerbsdatum, wenn nicht mehr als 20 Anteile angeboten werden oder der max. Verkaufspreis insgesamt Euro 100.000,- beträgt.

Mindestkündigungsfrist für Nachrangdarlehen

  • Es gilt unabhängig von der Prospektpflicht eine Mindestkündigungsfrist von 6 Monaten.
     

4.

 

Gültigkeitsdauer der Verkaufsprospekte für Nachrangdarlehen über bei Emissionsvolumen über 100.000 Euro

Verkaufsprospekte von Nachrangdarlehen eine begrenzte Gültigkeitsdauer.

  • Maximale Gültigkeit 12 Monate
  • Nach Ablauf der Gültigkeitsdauer ist das Angebots gesetzlich beendet
  • Es besteht die Mitteilingspflicht an die BaFin, über die Beendigung des Angebots
     

5.

 

Nachtrags- u. Transparenzpflichten Nachrangdarlehen

Emittenten sind nun verflichtet über Geschäftsvorfälle mit möglichen erheblichen Auswirkungen zu informieren. Dazu zählen:

  • Vorfälle, die sich auf die Geschäftsaussichten für das laufende Geschäftsjahr auswirken
  • auf die Fähigkeit des Anbieters zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber Anlegern (z.B. drohende Insolvenz).

Nachträge sind wie folgt zu kennzeichnen

  • Textform. Um den Nachtrag ergänzter, lesbarer Text.
  • Billigungspflicht durch BaFin
  • Nachtragspflicht endet mit dem Ablauf der Gültigkeit des Verkaufsprospektes

Veröffentlichung des Jahresabschluss und Lagebericht

  • Veröffentlichungspflicht im Internet (Internet-Transparenz)
  • Alle Dokumente, der Verkaufsprospekt, zusätzliche ergänzende Dokumente und ad-hoc-Mitteilungen sind gesammelt zentral auf derselben Internetseite des Anbieters/Emittenten der Vermögensanlage vorzuhalten. 
     

6.

 

Mitteilungspflichten der Emittenten von Nachrangdarlehen

Der Emittent ist zukünftig verpflichtet, folgende Fakten gegenüber der BaFin schriftlich oder per E-Mail anzuzeigen:

  • Angebotsbeendigung
  • Vollständige Tilgung der Vermögensanlage
     

7.

 

Pflichtinhalte des Nachrangdarlehen Verkaufsprospekts:

Erweitert wurden die im Propekt auszuweisenden Informationen um

  • den Zielmarkt, den die Vermögensanlage erreichen soll, 
  • erweiterte Pflichtangaben zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einschließlich der Angaben, wie die Emittentin den Pflichten zur Zins- und Rückzahlung nachkommen will sowie 
  • erforderliche Angaben zu der Anlegergruppe, auf die die Vermögensanlage abzielt, vor allem in Hinblick auf den Anlagehorizont des Anlegers und zu möglichen Verlusten, die sich aus der Anlage ergeben können. 
     

8.

 

Vermögensinformationsblatt für Nachrangdarlehen

Das Vermögensanlagen-Informationsblatt ist einem Anleger oder einem am Erwerb einer Vermögensanlage (Nachrangsdarlehen) Interessierten nicht zu übermitteln oder zur Verfügung zu stellen und dessen Erhalt und Kenntnisnahme nicht durch Unterschrift zu bestätigen, sofern der Gesamtbetrag der erworbenen oder zu erwerbenden Vermögensanlagen desselben Emittenten 250 Euro nicht übersteigt.

     

9.

 

Nachrangdarlehen als Crowdinvesting - Maximale Anlagegrenze ist 10.000 Euro für Privatinvestoren

Privatinvestoren
Die Obergrenze des Anlagebetrags für Nachrangdarlehen als Schwarmfinanzierung pro Anleger – der keine Kapitalgesellschaft ist – liegt bei 10.000 Euro. Ab einem Anlagebetrag von 1.000 Euro muss jeder Investor eine Selbstauskunft gegenüber der Plattform bzw. dem Emittenten abgeben, dass er über ein frei verfügbares Vermögen von mindestens EUR 100.000 verfügt bzw. maximal zwei Netto-Monatsgehälter investiert. Die Form der Erklärung des Anlegers ist nicht vorgeschrieben. 

Professionelle Investoren
Kapitalgesellschaften wie GmbH, AG und KGaA haben wegen einer höheren Professionalisierung eine Ausnahmereglung erhalten und fallen unter keine Investment Höchstgrenze. 

     

10.

 

Nachrangdarlehen auf Crowdinvesting-Plattform bis 2.5 Millionen Euro maximales Emissionsvolumen ohne Prospektpflicht 

Nachrangdarlehen, die über Schwarmfinanzierung auf einer Crowfinvestingplattfrom begeben werden unterliegen Ausnahmeregelungen. Eine Prospektpflicht für Nachrangdarlehen ist jetzt ab einem Emissionsvolumen von 2,5 Millionen Euro je Crowdinvesting-Kampagne vorgeschrieben.

 

   

11.

 

Der Vertrieb aller Nachrangdarlehen ist reguliert.   Anbieter müssen eine Erlaubnis vorweisen.

Der Vertrieb von Nachrangdarlehen ist geregelt. Bislang konnten Vermittler und Inhaber einer Maklerlizenz nach § 34c Gewerbeordnung (GewO) ohne gesonderten Sachkundenachweis Darlehen zu vermitteln. Diese Regulierung wurde verschärft. Um klassische Darlehen, wie eine Baufinanzierung, zu vermitteln, reicht die Lizenz nach §34c weiterhin. Jedoch gilt dies nicht mehr für die Vermittlung von Nachrangdarlehen und part. Nachrangdarlehen mit Gewinnanteilen.

Offline Vermittler und Online Crowdinvestmentplattformen benötigen eine Erlaubnis nach § 34f Gewerbeordnung (GewO) für den Vertrieb von Nachrangdarlehen. 

Dabei unterscheidet der Paragraph §34f die Reichweite der Erlaubnis:

  • Finanzanlagenvermittler nach § 34 f Absatz 1 Satz 1 Nr. 3 dürfen nur Nachrangdarlehen vermitteln
  • Finanzanlagenvermitller nach § 34 f Absatz 2 Nr. 4 dürfen alle unter Vermögensanlagen aufgeführten Finanzprodukte vermitteln (stille Beteiligungen, Genussrechte...)

Eine umfangreichere Erlaubnis für Vermögensanlagen und Wertpapiere nach § 32 KWG oder als sogenannter gebundener Vermittler eines mit einer Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz ausgestatteten Wertpapierdienstleistungsunternehmen, ermöglicht eine breiteres Vermittlungsangebot. Der Vertrieb aller Finanzprodukte ist nach dem Inkrafttreten für Inhaber einer Erlaubnis nach § 34c GewO (Darlehensvermittlung) unzulässig.

     

12.

 

Legitimierung der Investoren nach dem Geldwäschegesetz

Je nach zu beachtender Regulierung durch den Gesetzgeber, ist eine Legitimierung des Investors vor dem erstmaligen Investment in eine Vermögensanlage oder in ein Wertpapier notwendig.

Mehr dazu im Beitrag Geldwäschegesetz.

     

13.

 

Bereichsausnahmen für Platzierung bei 20 Anteilen je Nachrangdarlehen

Bereichsausnahme

Trotz des Inkrafttretens des Kleinanlegerschutzgesetzes am 09.07.2015, gibt es weiterhin besondere Bereichsausnahmen, die auf die Anzahl der Anteile aufsetzen. Diese Ausnahmen gelten für Nachrangdarlehen, partiarische Nachrangdarlehen, stille Beteiligungen, Genussrechte und Namensschuldverschreibungen, die eine prospektfreie Platzierung zulassen.

Wenn kapitalsuchende Unternehmen als Emittentin bei den o.a. Finanzinstrumenten nicht mehr als 20 Kapitalgeber bzw. Privatinvestoren pro Finanzinstrument an dem Unternehmen beteiligt ( siehe § 2 Nr. 3 Vermögensanlagengesetz VermAnlG ), können diese weiterhin BaFin-frei und prospektfrei platziert werden.

Anzahl der Anteile ist maßgeblich, nicht Investmenthöhe

Es dürfen 20 Genussrechtsanteile, 20 stille Gesellschaftsanteile, 20 Kommanditanteile, 20 Nachrangdarlehensanteile und 20 partiarische Darlehensanteile ohne jede Beschränkung platziert werden. Jeder Anleger bzw. Investor darf aber nur jeweils einen Anteil zeichnen. Die Investmenthöhe spielt keine Rolle.

Geringfügigkeitsgrenze

Es handelt sich bei dieser Bereichsausnahme um eine Geringfügigkeitsgrenze für Vermögensanlagen (BaFin-Information Anfang Juli 2015).

Platzierung von mehr als 20 Anteilen

Die prospektfreie Platzierung von mehr als zwanzig Anteilen ist nur über Crowdinvesting Portale möglich und nur bei einem maximalen Emissionsvolumen von 2.5 Millionen Euro. Duch das Kleinanlegerschutzgesetz ist das Zeichnungsvolumen für private Investoren auf 10.000 Euro pro Investment in einen Emittenten gedeckelt.

Anteile mit Zeichnungsvolumen von 200.000 Euro und mehr.

Gem. § 2 Abs. 1 Nr. 3 c) VermAnlG bleiben Vermögensanlagen wie Nachrangdarlehen, stille Beteiligungen etc. ab einer Mindestbeteiligung von Euro 200.000,- prospektfrei.

Bereichsausnahmen für prospektfreie Emissionen in der Übersicht

  1. Maximal 20 ( Anteile ) Beteiligte pro Finanzinstrument
  2. Emissionen mit einen maximalen Emissionsvolumen bis 100.000 Euro ohne Begrenzung der Anzahl der Anleger, jedoch bei Platzierung innerhalb von 12 Monaten
  3. Emissionen mit Mindestbeteiligungsvolumen von über 200.000 Euro pro Investor
  4. Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen sind nach dem Wertpapierprospektgesetz Bafin-genehmigungsfrei, wenn die Mindestzeichnungssumme und der Nennwert des zu platzierenden Wertpapiers mindestens 100.000 Euro oder mehr betragen.
  5. Beteiligungsangebote an einen definierten Personenkreis wie Arbeitnehmer im Fall von Mitarbeiterbeteiligungen
  6. Genossenschaftsanteile
  7. Versicherungen und Pensionsvereine
     

14.

 

Qualifizierter Nachrang

Der Beteiligungsvertrag zwischen Unternehmen und Investor bzw. Darlehensgeber enthält Nachrangklauseln, die die Verteilung von Vermögen im Insolvenzfall regelt. Diese gibt es in vielfältigen Ausgestaltungen, die mehr oder weniger auf die speziellen Ziele und Bedürfnisse der Darlehensnehmer zugeschnitten sind.

Die einzelnen Vertragsklauseln regeln unter anderem auch die Reihenfolge, wie im Insolvenzfall die Forderungen der Gläubiger aus der Insolvenzmasse befriedigt werden. Wie immer gilt, je schlechter die Rangposition der Forderungen, desto unwahrscheinlicher ist die Bedienung im Ganzen oder auch nur teilweise. Nur wenn das Vermögen ausreicht und alle Gläubiger mit höherem Rang vollständig befriedigt wurden, kann ein schlechterer Nachrang bedient werden.

Der Begriff "Nachrang" bedeutet zwar, dass die Rückerstattung des Darlehens im Falle einer Liquidation oder Insolvenz erst dann erfolgen darf, wenn alles nicht nachrangige Fremdkapital bedient wurde, aber alle Nachrangdarlehen müssen aber vor der Entnahme von Eigenkapital bedient werden.

     

15.

 

Insolvenzverhindernde Qualifikation

Beteiligungsverträge enthalten heute in der Regel alle eine spezielle Klausel. Es ist eine Nachrangklausel, die den Vertrag um eine insolvenzverhindernde Qualifikation erweitern. Die Klausel beinhaltet, dass beim qualifizierten Nachrang die Forderungen des Darlehensgebers, zum Beispiel Zinsen, auch dann nicht bedient werden, wenn die entsprechende Zahlung oder Rückzahlung einen Insolvenzgrund herbeiführen würde. Diese Klausel ist in der Regel zusätzlich mit einer Zusatzklausel verbunden, die die aufschiebende Wirkung beinhaltet. Kann das Unternehmen also später die Zinsen bzw. Rückzahlung vornehmen und führt dies zu keiner Insolvenz, muss dies umgehend geschehen. So erhalten Anleger auch nachträglich Zinsen oder Rückzahlungen

     

16.

 

Nachrangdarlehen nehmen nicht am Verlust des Unternehmens teil

Von der stillen Beteiligung unterscheidet sich das Nachrangdarlehen insbesondere dadurch, dass der Darlehensgeber nicht selbst am Unternehmen beteiligt ist. Er hat keinen Einfluss auf die Unternehmensgeschäfte.

Der Vorteil ist, dass eine Beteiligung des Darlehensgebers am Verlust des Unternehmens ausgeschlossen ist. Es gibt also keinen Buchwert, der beim Verlust des Unternehmens geringer sein kann. als der Nennwert. 

     

17.

 

Zinserträge durch Nachrangdarlehen

Zinserträge sind beim Investor Einkünfte aus Kapitalvermögen, die der Abgeltungssteuer mit maximal 25 % plus Solidaritätszuschlag unterliegen. Die Steuer wird von der Gesellschaft nur bei gewinnabhängigen Beteiligungen wie partiarischen Nachrangdarlehen einbehalten und abgeführt.

 

   

18.

 

Begriffserläuterungen im Zusammenhang mit Nachrangdarlehen und part. Nachrangdarlehen

a) Darlehensnehmerin bezeichnet das emittierende Unternehmen

b) Darlehensgeber bezeichnet die Person, die ein partiarisches Nachrangdarlehen der Darlehensnehmerin gewährt;

c) Fundingschwelle bezeichnet den Zeitpunkt, an dem Zeichnungen und Einzahlungen auf die Nachrangdarlehen einen Betrag der in der Höhe definiert ist, erreicht oder überschritten haben;

d) Darlehensregister erfasst sämtliche Darlehensgeber der Darlehensnehmerin; es kann in schriftlicher oder elektronischer Form geführt werden;

e) Gewährungszeitpunkt ist der Zeitpunkt, andem das Darlehen beginnt zu laufen, meist der Tag mit Eingang des Geldes auf dem Konto der Emittentin;

f) Laufzeitende ist der Zeitpunkt, an dem das Darlehen ausläuft und endet;

g) valutierter Darlehensbetrag bezeichnet den vom Darlehensgeber auf der Grundlage dieser Bedingungen eingezahlten und auf dem Konto der Darlehensnehmerin gutgeschriebenen Darlehensbetrag;

h) Bankarbeitstag bezeichnet einen Tag, an dem die Banken in Frankfurt am Main, Deutschland, für den allgemeinen Geschäftsverkehr geöffnet sind;

i) Fälligkeitstag bezieht sich – soweit in den Beteiligungsbedingungen nicht anders geregelt – ausschließlich auf die Zahlung der Zinsen;

j) Methode act/act ist eine Berechnungsmethode, bei der die Anzahl der Tage für die Zahlungsperiode und die Anzahl der Tage eines Jahres als echte (kalendermäßige) Tage zu Grunde gelegt werden, so dass die Tage eines Jahres 365 bzw. 366 (Schaltjahr) betragen;

k) Gesamtdarlehensbetrag umfasst das Gesamtvolumen der Emission.

     

19.

 

Sicherheit und Risiken der Nachrangdarlehen

Mit der Zeichnung eines qualifizierten Nachrangdarlehen gehen die Darlehensgeber ein finanzielles Risiko ein.

Der Darlehensnehmer stellt dem Darlehensgeber keine Sicherheiten für das qualifizierte Nachrangdarlehen zur Verfügung.

Im Fall der Insolvenz oder Liquidation der Darlehensnehmerin/Emittenten tritt der Anspruch des Darlehensgebers auf Rückzahlung des Darlehens bzw. Zahlung der Zinsen im Rang hinter die Forderungen sämtlicher anderer nicht nachrangiger Gläubiger der Darlehensnehmerin zurück.

Die Geltendmachung des Anspruchs des Darlehensgebers auf die Rückzahlung des Darlehensbetrages und die Auszahlung der Zinsen ist gegenüber der Darlehensnehmerin solange und soweit ausgeschlossen, als dadurch auf Seiten der Darlehensnehmerin drohende Zahlungsunfähigkeit, Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung und damit ein Grund für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens herbeigeführt würde.

Dadurch kann ein Totalverlust des Darlehensbetrags seitens des Darlehensgebers eintreten. Eine über den Darlehensbetrag hinausgehende Haftung (Nachschusspflicht) des Darlehensgebers besteht nicht.

     

20.

 

Handelbarkeit und Übertragung der Nachrangdarlehen

Es gibt keinen Handelsplatz für Nachrangdarlehen. Nachrangdarlehen könnn jedoch an dritte Personen vom Darlehensgeber übertragen werden.

Es besteht das uneingeschränkte Recht auf Übertragung der qualifizierten Nachrangdarlehen durch Abtretung an Dritte sowie Schenkung oder Vererbung.

Im Falle der Übertragung aufgrund der Erbfolge ist die Erbnachfolge vom Erben durch einen Erbschein im Original nachzuweisen. Die Übertragung der Nachrangdarlehen erfolgt  unter Nennung der Stammdaten des neuen Darlehensgebers an den Darlehensnehmer. 

Ausgestaltungsmöglichkeiten eines Nachrangdarlehen bzw. partiarischen Nachrangdarlehens

Art der Kapitalanlage

Festverzinsliches Nachrangdarlehen  oder partiarisches Nachrangdarlehen

Rechtsform des Unternehmes

Grundsätzlich ist keine bestimmte Rechtsform erforderlich.
Typischerweise aber UG, GmbH, GmbH & Co.KG

Rechtsstellung des Anlegers

(schuldrechtlicher) Gläubiger

Name der Tranchenbezeichnung

Jede Emission erhält einen Namen, um Mehrfachemissionen auseinader zu halten.

Emissionsvolumen | Fundinglimit

Betrag in Euro. Es gibt keine Beschränkung.

Fundingschwelle

Definiert der Unternehmer.

Ausgestaltung

Nachrangdarlehen
  • Anspruch auf Zinszahlung

  • Anspruch zur Rückzahlung zum valutierten Darlehensbetrag

oder

partiarisches Nachrangdarlehen
  • Anspruch auf Zinszahlung

  • Anspruch auf definierte gewinnabhängige Vergütung und/oder Boni

  • Anspruch zur Rückzahlung zum valutierten Darlehensbetrag

Finanzreport

Rhytmus ist dem Unternehmer freigestellt

Mindestzeichnungssumme

definiert der Unternehmer

Einzahlung, Gewährungszeitpunkt

Agio

Definiert der Unternehmer

Gewährungszeitpunkt

Das Darlehen gilt am Tag der Gutschrift des Darlehensbetrages auf einem Konto der Emittentin als gewährt

Laufzeit, Rückzahlung, Veräußerung, Übertragung

Laufzeit

Mindestens "eine Anzahl frei definierbarer voller Kalendermonate oder Kalenderjahre ab dem Gewährungszeitpunkt". Diem Laufzeit kann befristet oder Unbefristet sein.

Kapitalrückzahlung

Bei ordentlicher Kündigung des Darlehensgebers: Die Rückzahlung ist zum Beispiel 14 Bankarbeitstage nach Ablauf der Laufzeit zur Zahlung fällig.

Handelbarkeit | Übertragung an Dritte

Abtretung mit Zustimmung der Gesellschaft möglich. 
Kein Zweitmarkt für Handel.

Regelung bei Tod

Bei Tod des Investors treten die Erben oder Vermächtnisnehmer an seine Stelle

Zinsen und Fälligkeit

Zinssatz

  • Verzinsung des valutierten Darlehensbetrages
  • BASISZINS für Investment  pro Jahr

Zinslauf

  • Der erste Zinslauf beginnt am Gewährungszeitpunkt und endet am 31.12.
  • Folgende Zinsläufe (volle Zinsläufe) beginnen jeweils am 01.01. und enden am 31.12. des gleichen Kalenderjahres.

Zahlung der Zinsen

Definiert der Unternehmer z.B. jährlich, halbjährlich, vierteljährlich.
Zahlung anteiliger Zinsen taggenau. Berechung nach Methode act/act .

Zinszahlungstermin | Fälligkeitstag

Die Zinsen für einen Zinslauf sind unterjährig jeweils zum Beispiel am 14. Bankarbeitstag nach Ablauf eines Kalenderquartals in vier gleichen Raten zur Zahlung fällig (Fälligkeitstag). 

Kündigung

Kündigungsfrist

zum Beispiel : 12 Monate zum Ablauf der Mindestlaufzeit, danach jeweils zum 31.12.des folgenden Kalenderjahres

Einvernehmliche Beendigung, Vorfälligkeitsentschädigung

Kündigung durch Darlehensgeber

Der Darlehensgeber kann in begründeten Fällen die Beendigung der Nachrangdarlehen bei der Darlehensnehmerin beantragen. Die Darlehensnehmerin kann frei über die Annahme eines solchen Antrags entscheiden. Beabsichtigt die Darlehensnehmerin, einem solchen Antrag zuzustimmen, haben sich die Parteien einvernehmlich über die Konditionen der Auflösung (Zins- und Rückzahlungsbetrag) zu einigen. Die Darlehensnehmerin ist berechtigt, eine angemessene Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von bis zu 12 % des gezeichneten Darlehensbetrages zu erheben. Dem Darlehensgeber bleibt der Gegenbeweis vorbehalten, dass die Vorfälligkeitsentschädigung nicht angemessen ist. 

Gewinnbeteiligungen für partiarische Nachrangdarlehen

Gewinnbeteiligung

Definiert der Unternehmer selbständig.  Klausel nur für partiarische Nachrangdarlehen. z.B. Bei Unternehmensgewinn erhält der Investor einen Bonuszins in Höhe von 3% auf den Zeichnungsbetrag.

Bonuszins nach Exit

definiert der Unternehmer selbständig. Klausel nur für partiarische Nachrangdarlehen.

 Nachrangigkeit, Zahlungsvorbehalt, Verlustbeteiligung, Risiko

Nachrangvereinbarung

Das Darlehen beinhaltet einen Rangrücktritt der Zahlungsansprüche der Anleger gegenüber sonstigen Verbindlichkeiten der Emittentin sowie Zahlungsvorbehalte

Zahlungsvorbehalt

Ein Anspruch der Anleger auf Zahlung von Zinsen, eines etwaigen Gewinnanteils und die Rückzahlung des Darlehens besteht dann nicht, wenn durch einen solchen Anspruch bei der Emittentin ein Insolvenzeröffnungsgrund herbeigeführt werden würde.
Können aufgrund dieses Zahlungsvorbehalts Zahlungen der Zinsen durch die Darlehensgeberin nicht geleistet werden, sind diese bei Wegfall des Zahlungsvorbehalts zum nächsten Fälligkeitstermin nachzuholen. Kann aufgrund des Zahlungsvorbehalts die Rückzahlung des Kapitals nicht zum Fälligkeitszeitpunkt erfolgen, ist diese bei Wegfall des Zahlungsvorbehaltes innerhalb von drei Bankarbeitstagen vorzunehmen.

Verlustbeteiligung

Keine Verlustbeteiligung. Diese ist bei Nachrangdarlehen ausgeschlossen.

Nachschusspflicht

Keine Nachschusspflicht

Maximalrisiko

Mit dieser Kapitalanlage ist das Risiko des Teil- oder sogar des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals und noch zu zahlender Zinsen und etwaiger nicht gezahlter Gewinnanteile verbunden

Angesprochene Anlegerkreise

Das vorliegende Angebot richtet sich ausschließlich an Anleger, die ihren Wohnsitz,  bzw. Gesellschaftssitz in der Bundesrepublik Deutschland haben.

Zahlungen, Steuern

Besteuerung

Zinszahlungen zählen zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Soweit die Darlehensnehmerin nicht gesetzlich zum Abzug und/oder zum Einbehalt von Steuern, Abgaben oder sonstigen Gebühren verpflichtet ist, trifft sie keinerlei Verpflichtung im Hinblick auf derartige Verpflichtungen der Darlehensgeber.

Prospektpflicht

Prospektpflicht

Nachrangdarlehen unterliegen der Prospektpflicht ab einem Emissionsvolumen von 100.000 Euro bzw.bei Schwarmfinanzierungen ab 2.5 Millionen Euro.

Fremd-/Eigenkapital und Bilanzierung durch Emittenten / Unternehmer

Fremd- oder Eigenkapital

Fremdkapital

Bilanzierung

Fremdkapital

Unverbindliche Darstellung der Ausgestaltung eines Nachrangdarlehens. Partiarischen Nachrangdarlehens.

       
 

Knut Haake Autor

 

Artikel vom: 11.08.2015

Autor: Knut Haake

 

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