Negativzinsen und Strafzinsen gefährden Anlegergelder und Spareinlagen

Aus Sicht einiger Experten und Banken wird das Sparen für Geldanleger zunehmend zum Verlustgeschäft. Einige Geldinstitute haben im November 2014 angefangen Strafzinsen für Sparbücher und Konten zu erheben.

Erste deutsche Bank führt Negativzinsen im Oktober 2014 ein

Als erste verlangt die thüringische Skatbank aus dem Raiffeisen- und Volksbanken-Verband von ihren Kunden mit großen Tagesgeld über 500.000 Euro oder Girokonten mit über drei Millionen Euro (Stand 30.10.2014)  einen Strafzins von 0,25 Prozent. Dabei treffen diese Negativzinsen bzw. Strafzinsen wohl zukünftig sowohl Geschäftskunden als auch Privatkunden. 

Die Rolle der EZB

Lieber sollen Privatkunden Geld investieren und Geld ausgeben als sich arm zu sparen. Auslöser ist die Europäische Zentralbank EZB, die Strafzinsen ab dem Zeitpunkt von Banken verlangt, die Geld bei ihr kurzfristig parken, wenn sie den Einlagesatz von 0,0% auf zum Beispiel -0,1% senkt. Die EZB  will, dass die Banken das Geld weiter verleihen an Geschäftskunden, Unternehmen und Haushalte. So soll die Konjunktur vor allem in den Krisenländern in der EU angekurbelt werden. Bisher haben die Geschäftsbanken den niedrigen Leitzins dazu genutzt, Reserven aufzustocken und Staaten zu finanzieren. Die zentrale Aufgabe der Unternehmensfinanzierung, haben die Geschäftsbanken aber wegen des hohen Ausfallrisikos in den letzten Jahren kaum wahrgenommen sondern stattdessen immer wieder Gelder bei der EZB geparkt. Deswegen hat die EZB den Einlagenzins bereits im Juli 2012 auf 0,0 Prozent gesenkt.

Der EZB sind 17 Notenbanken der Euro-Länder angeschlossen. Die dänische Zentralbank hatte sich dem Negativzins bzw. Strafzins mit einem neagtiven Einlagezins schon mal bedient. Leider blieb der Erfolg aus. Die Banken schlugen den Ngativzins auf ihre Kreditzinsen auf.

Die Situation am deutschen Sparermarkt

Für die Volkwirtschaft hat der Zinssatz eine große Bedeutung. Er sorgt dafür, das Kapital in die optimale Verwendungsmöglichkeit investiert wird und für Effekte wie den Zinseszins bei der Ersparnisbildung, was sich bei langen Anlagehorizonten bemerkbar macht. 

Ist der Zins hoch, wird das Sparen belohnt und der Konsum häufig aufgeschoben. Dieser Konsumverzicht wird praktisch durch die attraktiven Zinsen belohnt. Ist der Zins jedoch niedrig und ist die Belohnung quasi niedrig, steigt der Gegenwartskonsum. 

Was deutsche Sparer an Zinsen erwartet, zeigen die Zinssätze im Oktober 2014. Die Spanne reicht von null Prozent bis zu einem Prozent Zinsen. Ausnahmen bieten über einem Prozent Zinsen. Dabei werden vor allem Neukunden mit Zinsen von bis zu 1,3 Prozent umworben.

Um der Situation zu entgehen, können Anleger, die mit Strafzinsen rechnen müssen, umverteilen, in Aktien oder in andere Kapitalbeteiligungen investieren, um sich so vor Inflation zu schützen.

 

 

Berichte zu Negativzinsen und Strafzinsen der Banken

Spiegelonline

 

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