Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB)

Das Vermögensanlagengesetz regelt die einzelnen Finanzinstrumente und was Emittenten gegenüber Investoren kommunizieren müssen. Das Vermögensanlagen-Informationsblatt wird im Paragraph 13 erläutet. Wir stellen auch die Regelungen im Zusammenhang mit dem Kleinanlegerschutzgesetz vor. 

1.

 

Vermögensanlagen-Informationsblatt auch für Crowdfinanzierungen

Ein Emittent einer öffentlich angebotenen Vermögensanlage muss vor dem Beginn des öffentlichen Angebots neben dem Verkaufsprospekt auch ein Vermögensanlagen-Informationsblatt erstellen. 

Dies gilt auch für Crowdfunding und Crowdinvesting Emissionen, die im Rahmen der Schwarmfinanzierung ebenfalls der Pflicht zur Veröffentlichung eines Vermögensanlagen-Informationsblatt unterliegen.

     

2.

 

Vermögensanlagen-Informationsblatt. Regelungen beim Kleinanlegerschutzgesetz

Regelung für Emissionen vor Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes

Laut Beschlussfassung des Kleinanlegerschutzgesetzes vom 23. April 2015 ist das VermAnlG n.F. auf Angebote von Vermögensanlagen im Sinne von § 1 Abs. 2 Nr. 3, 4 und 7 VermAnlG n.F. (also auch Nachrangdarlehen) die vor Inkrafttreten des KleinAnlSchG angeboten wurden, ab dem 01. Januar 2016 anzuwenden (§ 32 Abs. 10 Satz 2 VermAnlG).

Bis zum 01. Januar 2016 ist in allen Werbeunterlagen des öffentlichen Angebots hierauf  hinzuweisen (§ 32 Abs. 10 Satz 3 VermAnlG). Z.B.: „Auf die angebotenen Nachrangdarlehen ist das Vermögensanlagengesetz ab dem 01. Januar 2016 anzuwenden“.

Die Vorgaben für das VIB gemäß § 13 VermAnlG n.F. gelten erst ab dem 01. Januar 2016

Nach Ablauf der Übergangsfrist (die bis 31. Dezember 2015 läuft) müssen Altemissionen den Investoren ein VIB aushändigen.

Regelung für Emissionen nach Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes

Für neue Angebote von Vermögensanlagen, die erstmals nach Inkrafttreten des KleinAnlSchG erfolgen, gelten die Regelungen des Kleinanlegerschutzgesetzes – und damit des VermAnlG n.F.

„ab dem 01. Juli 2015“ – so der Wortlaut der Beschlussfassung in § 32 Abs.10 Satz 1 VermAnlG. Für diese „neuen“ Angebote ist also gemäß § 13 VermAnlG n.F. „von Anfang an“ ein VIB zu erstellen.

 

Die Umsetzung auf DEUTSCHE MIKROINVEST erfolgt wie hier beschrieben.

     

3.

 

Inhalte des Vermögensanlagen-Informationsblatt

Das Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) darf nicht mehr als drei DIN-A4-Seiten umfassen.

Es muss die wesentlichen Informationen über die Vermögensanlagen in übersichtlicher und leicht verständlicher Weise so enthalten.

Das angesprochene Publikum muss insbesondere folgende Punkte einschätzen und mit den Merkmalen anderer Finanzinstrumente bestmöglich vergleichen können.

  • die Art der Vermögensanlage
  • die Anlagestrategie, Anlagepolitik und Anlageobjekte
  • die mit der Vermögensanlage verbundenen Risiken
  • die Aussichten für die Kapitalrückzahlung und Erträge unter verschiedenen Marktbedingungen 
  • die mit der Vermögensanlage verbundenen Kosten und Provisionen
  • die Laufzeit und die Kündigungsfrist der Vermögensanlage

Das Vermögensanlagen-Informationsblatt muss zudem enthalten:

  • Angaben über die Identität des Anbieters
  • der auf Grundlage des letzten aufgestellten Jahresabschlusses berechnete Verschuldungsgrad des Emittenten
  • einen Hinweis darauf, dass das Vermögensanlagen-Informationsblatt nicht der Prüfung durch die Bundesanstalt unterliegt
  • einen Hinweis auf den Verkaufsprospekt und darauf, wo und wie dieser erhältlich ist und dass er kostenlos angefordert werden kann
  • zu nennen sind das Datum der letzten Aktualisierung sowie die Anzahl der vorgenommenen Aktualisierungen
  • einen Hinweis darauf, dass der Anleger eine etwaige Anlageentscheidung bezüglich der betroffenen Vermögensanlagen auf die Prüfung des gesamten Verkaufsprospekts stützen sollte
  • einen Hinweis darauf, dass Ansprüche auf der Grundlage einer in dem Vermögensanlagen-Informationsblatt enthaltenen Angabe nur dann bestehen können, wenn die Angabe irreführend, unrichtig oder nicht mit den einschlägigen Teilen des Verkaufsprospekts vereinbar ist und wenn die Vermögensanlage während der Dauer des öffentlichen Angebots, spätestens jedoch innerhalb von zwei Jahren nach dem ersten öffentlichen Angebot der Vermögensanlagen im Inland, erworben wird

Das VIB muss auf der ersten Seite folgenden drucktechnisch hervorgehobenen Warnhinweis enthalten:

  • „Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.“

Ist die Erstellung eines Verkaufsprospekts nach § 2a oder § 2b VermAnlG entbehrlich, muss das VIB folgenden Hinweis enthalten:

  • „Für die Vermögensanlage wurde kein von der BaFin gebilligter Verkaufsprospekt erstellt. Weitergehende Informationen erhält der Anleger unmittelbar vom Anbieter oder Emittenten der Vermögensanlage.“
     

4.

 

Hinterlegung und Veröffentlichungspflicht des VIB

Ist die Erstellung eines Verkaufsprospekts nach § 2a oder § 2b VermAnlG entbehrlich wie Schwarmfinanzierungen bis 2,5 Millionen Euro der Fall, kann die Hinterlegung des VIB per Post oder per Telefax erfolgen. Alternativ ist eine elektronische Hinterlegung über das Melde- und Veröffentlichungsportal (MVP-Portal) möglich. Nach einmaliger Anmeldung zu dem Fachverfahren Prospekte (WpPG/ VermAnlG) können so die Dokumente sicher und verschlüsselt an dieBaFin übermittelt werden.

In diesem Fall muss das VIB u.a. folgenden Hinweis enthalten: 

  • „Für die Vermögensanlage wurde kein von der BaFin gebilligter Verkaufsprospekt erstellt. Weitergehende Informationen erhält der Anleger unmittelbar vom Anbieter oder Emittenten der Vermögensanlage." 

Das Vermögensanlagen-Informationsblatt muss während der gesamten Dauer der Emission und des öffentlichen Angebots in der aktuellen Fassung auf der Internetseite des Anbieters zugänglich sein.

     

5.

 

Vermögensanlagen-Informationsblatt wird nicht geprüft

Die BaFin prüft den Inhalt des VIBs während des Prospektprüfungsverfahrens nicht. Der Anbieter muss im VIB darauf hinweisen. Für die Anlageentscheidung sollte der Prospekt maßgeblich sein, der alle vorgeschriebenen Informationen umfasst oder das Online-Exposé bei Schwarmfinanzierungen.

     

6.

 

Bestätigungsverordnung für das Vermögensanlagen -Informationsblatt

Das Vermögensanlagengesetz bestimmt, wie Anleger die Bestätigung der Kenntnisnahme des VIB vornehmen müssen. Details dazu hier.